Wie werde ich staatlich geprüfter Maschinentechniker?

By LM
Techniker im Maschinenbau
facebooktwittergoogle_plusfacebooktwittergoogle_plus

Als echter Kerl haben Sie das Bohren, Feilen, Messen, Nieten, Sägen, Schleifen oder anderweitige Verarbeiten von Werkstoffen nicht nur im Blut, sondern auch von der Pike auf gelernt. Sie wissen, wie man technische Skizzen und Zeichnungen anfertigt und liest, Bauteile gestaltet und konstruiert und Maschinen unterschiedlichster Art programmiert, bedient, wartet und repariert. In Ihrem Betrieb sind Sie als Geselle einer der angesehensten und kompetentesten Kollegen. Das ist alles schön und gut, aber: Sie wollen mehr. Sie wollen mehr Verantwortung, mehr und wichtigere Aufgaben im Betrieb übernehmen und natürlich auch mehr Gehalt – kurz gesagt, einen Karrieresprung. Die Meisterschule zu zu besuchen, kommt nicht in Frage? Aber wie steht es mit dem Techniker? Die Ausbildung mit dem Abschluss „Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik“ bzw. Maschinenbautechnik bringt Sie Ihrem Ziel ein ganzes Stück näher.

Wo kann man die Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik bzw. Maschinenbautechnik absolvieren?

Die Ausbildung zum Techniker ist keine Berufsausbildung. Vielmehr handelt es sich um eine sogenannte Aufstiegsweiterbildung. Sie ist der richtige Weg für Männer, die bereits einen Ausbildungsberuf erlernt haben und sich nun innenhalb ihres Fachbereiches sowie für höhere Positionen weiterqualifizieren wollen. Die Weiterbildung kann man an einer staatlichen Fachschule oder auch an einer staatlichen Technikerschule durchlaufen. Es gibt jedoch auch private Bildungsträger, die die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker anbieten. Unter den rund 60 Fachrichtungen, in denen die Weiterbildung zum Techniker möglich ist, ist die Maschinentechnik oder Maschinenbautechnik eine der gefragtesten Spezialisierungen.

Bei der Wahl von Ausbildungsstätten – insbesondere solche mit dem Angebot „Ausbildung zum Maschinentechniker“ – ist jedoch Obacht angesagt: Es gibt zwar Lehrgänge oder Fortbildungen, nach deren institutsinterner Prüfung sich der Absolvent als Maschinenbautechniker bezeichnen kann. Als „Staatlich geprüfter Techniker – Maschinentechnik“ gilt man jedoch ausschließlich, wenn man die Prüfung unter staatlicher Aufsicht abgelegt hat.

Welche Voraussetzungen sind für den Beginn der Weiterbildung zu erfüllen?

Da die Weiterbildung landesrechtlich geregelt ist, kann es sein, dass die Schulen der verschiedenen Bundesländer unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen festgelegt haben. Diese Hürden muss man als Erstes nehmen. Die schulischen Mindestvoraussetzungen variieren zwischen

  • einem Hauptschulabschluss (auch erster allgemeinbildender Schulabschluss, erfolgreicher Abschluss der Mittelschule, Berufsbildungsreife oder Berufsreife) und
  • einem mittleren Schulabschluss (auch Sekundarabschluss I, Realschulabschluss, Mittlerer Abschluss, Mittlerer Bildungsabschluss, Mittlere Reife oder Fachoberschulreife)

Darüber hinaus steht in der Regel jedem die Aufstiegsweiterbildung zum staatlich geprüften Maschinentechniker offen, der einen einschlägig anerkannten Ausbildungsberuf wie zum Beispiel

  • Feinwerkmechaniker,
  • Fertigungsmechaniker,
  • Industriemechaniker oder
  • KfZ-Mechaniker

erlernt hat. In dem erlernten Beruf sollte man zudem eine gewisse Zeit gearbeitet und seine Erfahrungen gesammelt haben. Die verlangte Berufspraxis beläuft sich je nach Bundesland auf ein bis zwei Jahre.

Collage Maschinenbau

Collage Maschinenbau © industrieblick / Fotolia.com

Wie lange dauert die Weiterbildung zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker?

Absolviert man die Weiterbildung in Vollzeit, dauert sie zwei Jahre beziehungsweise vier Semester. Für eine Teilzeitweiterbildung, die berufsbegleitend erfolgt, braucht man mindestens drei Jahre, in jedem Fall aber sechs Semester. Nach der zwei-, drei oder sogar vierjährigen Weiterbildungszeit muss der Absolvent sich einer Abschlussprüfung stellen. In einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil gilt es jeweils, die richtigen Antworten aus dem Halfter zu ziehen oder aus dem Ärmel zu schütteln.

Neben den Weiterbildungen, bei denen die Präsenz notwendig ist, bieten einige Bildungsträger auch die Möglichkeit eines Fernkurses an. Die Dauer eines solchen Lehrgangs hängt von der Lerngeschwindigkeit desjenigen ab, der ihn absolviert. In den meisten Fällen ist die Kursdauer aber auf dreieinhalb Jahre festgelegt.

Was sind die Inhalte der Weiterbildung und was machen Maschinentechniker im Allgemeinen?

Egal ob in der Teil- oder Vollzeit-Weiterbildung oder im Fernlehrgang – es stehen sowohl allgemeinbildende Fächer als auch Grundlagen auf dem Programm, die sich auf die Fachrichtung beziehen. Mann beschäftigt sich neben Politik, Recht, Umwelt, Wirtschaft sowie Deutsch, Englisch und Mathe unter anderem auch mit

  • Betriebswirtschaft,
  • Elektrotechnik,
  • Fertigungstechnik,
  • Kommunikation,
  • Produktionsorganisation,
  • Qualitätsmanagement,
  • Technischer Mechanik oder
  • Werkstofftechnik.

Im Rahmen der spezialisierten Aufstiegsweiterbildung kann man sich wiederum auf verschiedene Bereiche spezialisieren. Zu ihnen gehören zum Beispiel:

  • Anlagentechnik,
  • Automatisierungstechnik,
  • Betriebstechnik,
  • Fertigungstechnik,
  • struktion oder
  • Verfahrenstechnik.

Wie tief muss man für die Weiterbildung in die Tasche greifen?

In Deutschland gibt es mehrere hundert Schulen, die die Weiterbildung zum staatlich geprüften Maschinentechniker anbieten. Während Mann bei staatlichen Schulen oft nur die Kosten für Arbeitsmaterialien berappen muss, kann der Besuch einer privaten Fach- oder Technikerschule das Konto mit Schulgeld-Abzügen von bis zu 800 Euro belasten.

Unter den Finanzierungsmöglichkeiten für eine Vollzeit-Weiterbildung steht das sogenannte „Meister-BAföG“ an vorderster Front. Absolviert man die Weiterbildung zum Techniker parallel zur Ausübung des Berufs, ist es möglich, die anfallenden Kosten steuerlich geltend zu machen.

Wo kann man als staatlich geprüfter Maschinentechniker arbeiten?

Sie wissen jetzt, wie man Maschinentechniker wird. Doch wo arbeiten? Keine Sorge, die Aussichten sind hier gut. Nach der Aufstiegsweiterbildung hat man die Chance, in den umsatzstärksten Unternehmen des Anlagen-, Fahrzeug-, Maschinen- oder Werkzeugbaus oder in anderen starken Branchen von Industrie und Technik zu arbeiten. In den jeweiligen Betrieben kommen dabei meist die leitenden Positionen in Frage, die mit Aufgaben der Organisation, der Personalführung und der Überwachung der Produktion verknüpft sind. Anhand der Tatsache, dass industrielle Unternehmern die Stellen als Führungskraft oft sowohl für Ingenieure als auch für staatlich geprüfte Techniker ausschreiben, kann man erkennen, wie angesehen die Qualifikation ist.

Was Sie übrigens bei einer Bewerbung als Maschinentechniker beachten sollten, können Sie in der Fachliteratur nachlesen oder mit Lernsoftware trainieren. Eine ausführliche Bewerbungsvorbereitung bietet z. B. das „Bewerbungs-Paket Techniker“ des Berufszentrums ABIS aus dem Jahr 2016 auf CD-Rom (inkl. Musterbewerbungen und häufigen Interviewfragen).

Wie hoch ist das Gehalt eines Maschinentechnikers?

Das Geld, das für eine Aufstiegsweiterbildung auf Nimmerwiedersehen auf den Tisch gelegt werden muss und der Hirnschmalz, den das Arbeiten und Lernen kostet, zahlen sich am Ende in jedem Fall aus. Einerseits wird man für potentielle Arbeitgeber (und vielleicht auch für die ein oder andere Vertreterin des weiblichen Geschlechts) noch attraktiver. Andererseits macht sich der staatlich geprüfte Techniker, mit dem man auf der Karriereleiter ähnlich weit oben steht wie ein Ingenieur, auch positiv beim Blick auf die Gehaltsabrechnung bemerkbar. Viele Männer verzeichnen nach der Weiterbildung einen Gehaltsanstieg von mindestens 15 %.

Männer, die einen Lehrgang durchlaufen haben, nach dem sie sich Techniker nennen können, verdienen nach mehreren Jahren im Schnitt ungefähr 3.200 Euro. Der staatlich geprüfte Techniker kann dagegen schon mit einem Einstiegsgehalt von 3.000 Euro rechnen und verdient in seiner weiteren Laufbahn nicht selten sogar mehr als 5.000 Euro.

Hier können Sie eine Ausbildung zum geprüften Maschinentechniker machen

Weiterführende Information
Der Bundesverband höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung e.V. (BVT)
Staatlich geprüfter Techniker/-in: Bindeglied zwischen Meister und Ingenieur
Information zu den Verdienstmöglichkeiten
Bundesarbeitskreis Fachschule für Technik, Mitglieder aus dem Ausbildungsprofil Fachschule für Technik



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel teilen
facebooktwittergoogle_plusfacebooktwittergoogle_plus