Wie werde ich staatlich geprüfter Informationstechniker?

By LM
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Informationstechnik ist ein Berufsfeld, das sich aufgrund der Digitalisierung in Riesenschritten entwickelt – und deswegen ist es für viele Männer auch so extrem spannend.

Doch seine Vielfältigkeit ist nicht der einzige Grund, warum der Informationstechniker ein so begehrter Beruf ist. Es sind auch seine sehr guten Aussichten auf einen gutbezahlten Job. In einer Welt, aus der Rechner, Fernseher, Telefone & Co. nicht wegzudenken sind, liegt der Bedarf an entsprechenden Fachkräften auf der Hand.

Das bedeutet aber auch: Mann muss die Bereitschaft haben, sich stetig fortzubilden, um fachlich auf dem Laufenden zu bleiben.

Denn wissen wir, vor welchen Herausforderungen beispielsweise die Datenverarbeitung oder die IT-Sicherheit in den kommenden Jahren stehen werden? Eben.

Unter welchen Bedingungen ist Informationstechniker die ideale Berufswahl?

Erstens, wenn Sie bereits mit Leidenschaft in Ihrem gelernten Beruf als Informationselektroniker arbeiten, doch Ihre fachliche Kompetenzen und Ihr Wunsch nach mehr Verantwortung ganz klar für den Aufstieg in eine höhere Position sprechen.

Zweitens: Wenn Sie gerade Ihre Fachhochschulreife/Abitur erworben haben und eh schon seit Jahren lässig die Hard- und Softwareprobleme ihres Freundeskreises managen. Der Informationstechniker kann nämlich folgendermaßen erworben werden: Alternativ zum Meister als Weiterbildung („Staatlich geprüfter Informationstechniker“) oder als Duales Studium (mit Bachelorabschluss).

Wo kann man die Aus-/Weiterbildung absolvieren?

Den Abschluss „Staatlich geprüfter Informationstechniker“ kann man an einer staatlichen Fachschule, einer staatlichen Technikerschule oder einem privaten Bildungsinstitut erlangen.

Beim Dualen Studium über ein Unternehmen gibt es natürlich den entscheidenden Pluspunkt, dass man mit erfolgreichem Abschluss auch gleich den Grad eines „Bachelor of Engineering“ erhält. Nicht schlecht, so ein Ingenieurtitel, oder? Duale Studiengänge in der Fachrichtung Informationstechnik werden z.B. von IT-Dienstleistern, Telekommunikationsanbietern oder Energiekonzernen mit eigenen EDV-Abteilungen angeboten.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Je nach Bundesland gelten andere Zugangsvoraussetzungen. Die schulischen Mindestvoraussetzungen variieren zwischen

  • einem Hauptschulabschluss (auch erster allgemeinbildender Schulabschluss, erfolgreicher Abschluss der Mittelschule, Berufsbildungsreife oder Berufsreife) und
  • einem mittleren Schulabschluss (auch Sekundarabschluss I, Realschulabschluss, Mittlerer Abschluss, Mittlerer Bildungsabschluss, Mittlere Reife oder Fachoberschulreife)
  • für das Duale Studium: Fachhochschulreife oder Abitur

Als Informationselektroniker sollten Sie, auch hier unterschiedlich je nach Bundesland, zuvor zwei bis vier Jahre Berufspraxis gesammelt haben, um für die Weiterbildung zum Informationstechniker qualifiziert zu sein.

Wie lange dauert die Weiterbildung?

In Vollzeit: zwei Jahre beziehungsweise vier Semester. Als berufsbegleitende Teilzeitweiterbildung: mindestens drei Jahre, in jedem Fall aber sechs Semester. Manche Fernfortbildungen halten die Option bereit, bei entsprechender Eignung oder Notwendigkeit die Weiterbildung auch zu verkürzen oder zu verlängern. Am Ende steht in jedem Fall die Abschlussprüfung, die den begehrten Zusatz „staatlich geprüft“ ermöglicht.

Das Duale Studium Informationstechnik dauert normalerweise drei Jahre. Allerdings sollten Sie die Doppelbelastung aus Job und Studium nicht unterschätzen – hier sind Durchhaltevermögen und ein gutes Zeitmanagement gefragt, um den begehrten Bachelorgrad zu schaffen.

Was sind die Inhalte der Weiterbildung?

Beispiel:

  • Naturwissenschaftliche Grundlagen (Mathematik, technische Physik, Chemie)
  • Praktische Teilfächer wie Elektrotechnik, Elektronik, Datenverarbeitungstechnik, Kommunikationstechnik
  • Allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch, Wirtschaft, Politik, Recht, Umwelt, Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Je nach Bildungsträger: Wahlpflichtfächer (z.B. Unternehmensführung)

Im Dualen Studium Informationstechnik findet dagegen ein ständiger Wechsel zwischen Theorie und Praxis statt – in der Regel gibt es hier dreimonatige Blöcke, die an der Hochschule belegt werden und ebenfalls dreimonatige Blöcke, die im Unternehmen geleistet werden.

Vorteil: Beim Arbeitgeber, wo Zupacken statt Büffeln angesagt ist, kann man dann gleich umsetzen, was man im Studium gelernt hat und so einen guten Eindruck hinterlassen. Gut für die spätere Übernahmeoption!

Photo: Craig Dennis/pexels.com

Photo: Craig Dennis/pexels.com

Was kostet die Weiterbildung?

Bei staatlichen Technikerschulen müssen oft nur die Arbeitsmaterialien aus eigener Tasche bezahlt werden. Anders steht es um den Besuch einer privaten Fach- oder Technikerschule. Dieser kann pro Semester – manchmal wird auch pro Monat abgerechnet – einige hundert Euro kosten.

Unter den Finanzierungsmöglichkeiten für eine Vollzeit-Weiterbildung steht das sogenannte „Meister-BAföG“ an erster Stelle. Absolviert man die Weiterbildung zum Techniker parallel zur Ausübung des Berufs, ist es möglich, die anfallenden Kosten steuerlich geltend zu machen.

Auch das Duale Studium Informationstechnik bietet den Vorteil, dass man während der Ausbildung bereits Geld verdient: Bis zu 1000 Euro brutto sind hier im letzten Jahr „drin“. Positiv ist, dass inzwischen kein Bundesland mehr die klassischen Studiengebühren erhebt. Dafür aber manch andere Gebühr, beispielsweise Beiträge für die Studierendenvertretung, das Semesterticket, den Semesterbeitrag (letzterer etwa 50 – 60 EUR pro Semester).

Viele Unternehmen übernehmen für ihre dualen Studenten diese Beiträge. Sollte Ihr Arbeitgeber in dieser Hinsicht nicht entgegenkommend sein, finden Sie auf Studis Online einen Kosten-Überblick für das Studium.

Wo kann man anschließend arbeiten?

Typische Branchen für den Informationstechniker sind Betriebe des Informationstechnikermeister-Handwerks, die Elektroindustrie, in der Herstellung von Informations- und Telekommunikationstechnik sowie in Hörfunkstudios bzw. Fernsehanstalten.

Absolventen des Dualen Studiums Informationstechnik werden gern in mittelständischen Unternehmen, aber auch in Großkonzernen eingestellt. Gut zu wissen: Die absolut höchsten Löhne für Informationstechniker zahlen Finanzdienstleister, Banken, die Energiewirtschaft, Unternehmensberatungen und die Automobilindustrie.

Welche Verdienstmöglichkeiten gibt es?

Hierarchisch bestens aufgestellt: Der „Staatlich geprüfte Techniker“, den es ja nicht nur für die Informationstechnik, sondern für alle Technikfachrichtungen gibt, genießt erfreulicherweise ähnliche Anerkennung wie ein Ingenieur. Und das merken Sie auch am Gehalt: Nach der Weiterbildung können Sie sich anfangs auf einen Gehaltsanstieg von mindestens 15 % je nach Verhandlungsgeschick sogar mehr – einstellen.

Das Einstiegsgehalt liegt nach der erfolgreichen Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Informationstechniker“ durchschnittlich bei etwa 3.000 Euro brutto. Daraus können Sie in Ihrer weiteren Laufbahn allerdings mehr als 5.000 Euro machen – immerhin gewinnen Sie jetzt nur an Erfahrung und Fachkompetenz.

Hier können Sie eine Ausbildung zum geprüften Informationstechniker machen

Übrigens: Wir informieren auch über Weiterbildungsmöglichkeiten zum Maschinenbautechniker.



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