Tesla Touchscreen – Star Trek in Autoform

By TVG
Tesla S Touchscreen

Wie würde ein Auto aussehen, das der Erfinder von „Star Trek“, Gene Roddenberry erfunden hätte? So genau können wir das natürlich nicht sagen, aber eines ist sicher: Der Tesla S mit seinem futuristischen Touchscreen sucht selbst in den unendlichen Weiten des Weltraums seinesgleichen. Ein Schmuckstück für Sie, doch was kann der Tesla Touchscreen alles? Bietet er Ihnen nur Vorteile oder birgt er Gefahren? Wir haben uns für Sie genauer mit dem Feature auseinandergesetzt und klären Sie in diesem Beitrag auf.


Der Tesla Touchscreen ist ein Minicomputer

Nur mit einem einfachen Touchscreen gibt sich der Automobilhersteller Tesla nicht zufrieden. Der Touchscreen wird in einem der wohl ungewöhnlichsten und fortschrittlichsten Fahrzeuge überhaupt eingebaut: dem Tesla S. Dieses ist das allererste Elektromobil, bei dem fast alle Funktionen elektronisch geregelt sind. Steigen Sie in das Auto ein, brauchen Sie erst gar nicht nach Schaltern oder Knöpfen suchen. Immerhin, der Touchscreen ersetzt noch nicht das Lenkrad und Ihren Rückspiegel dürfen Sie auch noch per Hand verstellen. Das war es dann aber auch, wie Ihnen auch dieses Video zeigt:

Ansonsten übernimmt der Tesla Touchscreen, oder vielmehr die Technik dahinter, fast alle Aufgaben eines gewöhnlichen Fahrzeugs. Der Fahrzeughersteller baut in den Tesla S zwei Touchscreens ein. Der Erste, direkt hinter dem Lenkrad als Ersatz des Armaturenbretts, zeigt Ihnen Ihre Geschwindigkeit, den Benzinstand und die Umdrehungen. Dieser Screen erregt noch wenig Aufmerksamkeit. Mittig, dort, wo Sie sonst Radio, Heizungsregler und den Zigarettenanzünder erwarten, prangt ein Touchscreen mit einem Durchmesser von 17 Zoll. Im Hochformat angebracht, erwartet er Sie und Ihre Eingaben. Und er bietet Ihnen viel. Sie steuern über den Touchscreen beinahe sämtliche Funktionen des Fahrzeugs. Klimaanlage, die Rückfahrkamera, das Schiebedach, das Navi und selbst die Sitzheizung. Das klingt bereits gut? Dachte sich Tesla sicherlich auch, holte aber noch weitere Features aus der Trickkiste hervor. So beinhaltet der Touchscreen gleich einen voll funktionsfähigen Internetbrowser, ein wahres Entertainmentparadies und Einstellungsmöglichkeiten, was Sie so alles hinter dem Lenkrad auf den ersten Blick erkennen sollen.

Smartphone im Fahrzeug

Das Smartphone findet natürlich auch seinen Platz. Via Bluetooth verbinden Sie es mit dem Touchscreen und steuern es nun gleich vom riesigen Display aus. Nutzen Sie das Entertainpaket, um auf Ihre Musikdatenbank zurückzugreifen.


Touchscreen als Alleskönner

Dass Fahrzeug relevante Funktionen über den Touchscreen steuerbar sind, lässt sich noch leicht begreifen. Doch der Tesla Touchscreen ist und bleibt ein Minicomputer, ein Smartphone auf Rädern. Mit dem Kauf des Fahrzeugs erhalten Sie gleich das mobile Internet dazu. Sobald Sie den Wagen starten, sind Sie mit dem Internet verbunden und können surfen, spielen, Informationen abrufen – oder auch Autofahren. Momentan verbindet sich der Tesla Touchscreen, respektive das Fahrzeug, via 3G mit dem Netz. Tesla arbeitet aber bereits an einer 4G-Variante.

Im Ausland surfen?

Der Kaufpreis des Wagens deckt selbst die Internetnutzung im Ausland ab. So günstig nutzen Sie im Urlaub noch nie Facebook und Co.

Der Touchscreen ist auch Ihr Schlüssel zum Fahrzeug. Er verarbeitet die Daten Ihres Funkschlüssels und erkennt, ob Sie im Fahrzeug sitzen oder nicht. Werden Sie erkannt und treten kurz die Bremse, startet das Fahrzeug. Versuchen Sie erst gar nicht nach einem Zündschloss zu suchen. Geben Sie es gleich auf – so ein rückwärtsgewandtes Objekt ist im Tesla nicht verbaut.


Die Nachteile des Tesla S

Futuristisch hin oder her, der Tesla S mit dem riesigen Touchscreen überzeugt nicht nur durch seine Vorteile. Sie fühlen sich zwar als Fahrer, als wären Sie Kapitän auf der Enterprise (auf ein Holodeck müssen Sie aber dennoch verzichten), doch birgt der Touchscreen Risiken. Wenn Sie ihn auch mit einigen Knöpfen am Lenkrad steuern können, so lenkt er ab. Klar, prangt ein riesiges Tablet neben dem Lenkrad, schauen Sie unweigerlich darauf. Zudem lassen sich nur eingeschränkte Funktionen über die Steuerungstasten am Lenkrad bedienen. Es liegt also nahe, dass Fahrer des Wagens während der Fahrt eher den Touchscreen bedienen, als sich dem Verkehr zu widmen.

Ein weiterer Nachteil folgt auf dem Fuß. Möchten Sie mal eben einen Computer auf Rädern kaufen, sollten Sie genügend Kleingeld in der Tasche haben. Der Kaufpreis liegt bei mindestens 63.740 Euro, wünschen Sie die Sonderausfertigungen, ein Schnellladegerät für die Batterie oder weitere Features, dürfen Sie noch tiefer in die Tasche greifen.

Zudem hegt auch dieses futuristische Fahrzeug die Probleme, die bislang jedes Elektrofahrzeug betrafen: die mangelnde Reichweite. Je nach Fahrzeugvariante schaffen Sie mit einer Aufladung gerade mal 390 oder 500 Kilometer. Nun schließt sich der Tesla den heutigen Smartphones an und wartet auf eine Ruhezeit in der Nähe einer Steckdose. Ist Ihr iPhone, dessen Hersteller übrigens am Tesla interessiert war, mit einer Ladezeit von vier Stunden zufrieden, können Sie sich beim Laden der Autobatterie noch mühelos ein Taxi bestellen. Am herkömmlichen Hausanschluss beträgt die Ladezeit fast dreißig Stunden.

Schneller geht es, wenn Sie an einer speziellen Tankstelle aufladen. Nun warten Sie nur noch eine halbe Stunde. Diese Tankstellen gibt es in Europa jedoch nur sehr vereinzelt, was den Vorgang gleich verkompliziert. Alternativ können Sie sich eine eigene Tankstelle bei sich zu Hause installieren lassen, die eine Aufladung innerhalb von knappen fünf Stunden realisiert.


Tesla Touchscreen ist ein teures Spielzeug für Hightech-Freunde

Serienmäßig hergestellt oder nicht – für den gewöhnlichen Hausgebrauch eignet sich das Elektroauto mit dem Tesla Touchscreen eher nicht. Als teures Spielzeug angeschafft, macht der Wagen aber garantiert Spaß. Während der Fahrt sorgt der Touchscreen jedoch eher für Ablenkung, als dass er den Fahrer sinnvoll unterstützt. Anstatt dass Sie mal eben die Hand nach der Warnblinkanlage oder der Nebelschlussleuchte aussTreken, müssen Sie diese Features erst einmal im Menü des Touchscreens suchen. Außerdem basiert die Software noch auf Linux, was ein zwar Computerfreunde begeistern mag, sonst aber eher rückständig wirkt.